Die Einbauküche ist bei fast jedem Umzug der Punkt, an dem am längsten diskutiert wird – und der einzige, bei dem die Antwort ehrlicherweise oft „lassen Sie sie stehen“ lautet. Dieser Beitrag erklärt, woran Sie das festmachen, und was passiert, wenn die Küche mitkommt.
Lohnt sich der Umzug der Küche überhaupt?
Eine Einbauküche ist für genau einen Raum geplant. Am neuen Standort stimmen Wandlängen, Fensterpositionen und Anschlüsse fast nie exakt überein. Was mitkommt, sind die Korpusse und die Geräte. Was regelmäßig neu gemacht werden muss, ist alles, was anpasst und abdichtet.
Als grobe Orientierung: Der Umzug lohnt sich meist dann, wenn die Küche noch relativ jung ist, aus hochwertigen Korpussen besteht und die neue Raumsituation ähnlich ist. Bei einer zehn Jahre alten Küche aus beschichteten Spanplatten, die in einen anders geschnittenen Raum soll, liegen die Kosten für Demontage, Transport, Anpassung, neue Arbeitsplatte und Blenden häufig in einer Größenordnung, in der eine neue Einbauküche die vernünftigere Entscheidung ist. Rechnen Sie das durch, bevor Sie den Termin buchen.
Wer darf was abklemmen?
Das ist der sicherheitsrelevante Teil, und hier gibt es wenig Spielraum:
- Gas: Arbeiten am Gasanschluss – abklemmen wie anschließen – gehören ausschließlich in die Hände eines dafür befugten Fachunternehmens. Das ist keine Formalität, sondern eine Frage der Versicherbarkeit und der Sicherheit. Nie selbst, nie „schnell mit der Zange“.
- Starkstrom: Ein fest angeschlossener Herd oder ein Kochfeld an einem Kraftstromanschluss wird von einer Elektrofachkraft getrennt und angeschlossen. Geräte mit normalem Schuko-Stecker können Sie selbstverständlich einfach ausstecken.
- Wasser: Eckventile schließen, Zulauf und Ablauf trennen, Restwasser auffangen. Das ist grundsätzlich machbar, wenn die Ventile funktionieren – alte, festsitzende Eckventile brechen aber gern ab, und dann steht Wasser in der Wohnung. Im Zweifel machen lassen.
Die Reihenfolge der Demontage
- 1Geräte trennen und ausbauen. Kühlschrank rechtzeitig abtauen, Geschirrspüler und Waschmaschine leerlaufen lassen, Restwasser aus den Schläuchen.
- 2Silikonfugen aufschneiden. Cutter entlang Arbeitsplatte, Wand und Spüle. Wer das überspringt, reißt beim Anheben die Wandfliesen oder die Plattenkante ab.
- 3Arbeitsplatte lösen. Verbindungsbolzen unter der Platte öffnen, Spüle und Kochfeld vorher ausbauen.
- 4Hängeschränke abnehmen – immer zu zweit, immer von außen nach innen.
- 5Unterschränke trennen, Verbindungsschrauben zwischen den Korpussen lösen.
- 6Sockelblenden und Abschlussleisten zum Schluss.
Türen und Schubladen kommen vor dem Transport heraus: Das reduziert Gewicht, verhindert aufschlagende Fronten und schützt die Scharniere. Beschriften Sie jede Front mit ihrer Position, sonst wird der Zusammenbau zum Puzzle.
Was Sie fast immer neu brauchen
- Silikon – Fugen werden beim Ausbau zerstört und müssen neu gezogen werden.
- Sockelblenden und Abschlussleisten, weil sie auf Maß geschnitten waren.
- Verbindungselemente der Arbeitsplatte, häufig auch die Platte selbst, wenn die neue Zeile eine andere Länge hat.
- Dichtungen bei Spüle und Armatur.
- Wandanschlussprofile und, je nach Situation, neue Bohrungen und Dübel.
Einbaugeräte: die Maße entscheiden
Bevor Sie Geräte mitnehmen, prüfen Sie die Nischenmaße am neuen Standort – Breite, Höhe und Tiefe. Ein Geschirrspüler mit Frontblende passt nur in eine Küche mit derselben Blendenlogik, und ein Backofen braucht die passende Nischenhöhe und einen erreichbaren Anschluss. Fotografieren Sie außerdem die Typenschilder: Bei der Wiedermontage brauchen Sie die Modellnummern öfter, als Sie denken.
Und die übrigen Möbel?
- Immer zerlegen: Hoch- und Etagenbetten, große Kleiderschränke, Regalsysteme über zwei Meter, alles mit Glasfronten.
- Meist am Stück transportierbar: Kommoden, Nachtkästchen, kleine Regale, Esstische mit abschraubbaren Beinen.
- Sofa: Erst die Füße abschrauben, dann messen. Sehr oft entscheidet genau dieser Zentimeter darüber, ob das Sofa durch die Tür geht.
- Massivholz verträgt mehrere Auf- und Abbauten. Beschichtete Spanplatte selten mehr als zwei bis drei – danach reißen die Verbindungen aus. Bei sehr alten Möbeln ist Zerlegen manchmal ein Abschied.
Zwei Dinge, die Sie unbedingt tun sollten
- 1Fotografieren Sie vor der Demontage – die Front, die Rückseite mit den Anschlüssen, die Innenaufteilung. Diese Bilder sind beim Aufbau wertvoller als jede Anleitung.
- 2Sichern Sie die Kleinteile am Möbelstück. Schrauben und Beschläge in einen beschrifteten Beutel, den Beutel mit Klebeband direkt an den Korpus. Eine zentrale Sammelkiste klingt ordentlich und endet regelmäßig damit, dass am Zielort niemand weiß, welche Schraube wohin gehört.
Möbel- und Küchenmontage können Sie bei uns auch einzeln buchen, ganz ohne Umzug – etwa wenn Sie selbst transportieren und nur den Aufbau abgeben möchten. Unverbindlich anfragen.
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