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Der Transporter

Richtig packen: Kartons, Reihenfolge und die häufigsten Fehler

Wie viele Kartons Sie wirklich brauchen, wie Sie Geschirr und Elektronik transportsicher verpacken und in welcher Reihenfolge Sie packen, damit am Umzugstag nichts blockiert.

4 Min. Lesezeit

Packen ist die einzige Umzugsaufgabe, die Sie vollständig selbst in der Hand haben – und die, die den Umzugstag am stärksten beeinflusst. Wenn ein Team nach Stunden abrechnet, entscheidet der Packzustand über einen erheblichen Teil der Rechnung. Wer beim Klingeln noch die Küche ausräumt, bezahlt drei Leute fürs Zusehen.

Wie viele Kartons brauchen Sie?

Die ehrliche Antwort: mehr als Sie schätzen. Diese Erfahrungswerte gelten für normal möblierte Wohnungen ohne umfangreiche Sammlungen:

WohnungUmzugskartonsZusätzlich
Single, bis 35 m²20–301–2 Kleiderboxen
Paar, ca. 55 m²40–552–3 Kleiderboxen
Familie, ab 80 m²70–1004+ Kleiderboxen

Rechnen Sie großzügig. Ein zu wenig gekaufter Karton kostet Sie am Packabend eine Fahrt zum Baumarkt, ein zu viel gekaufter kostet drei Euro. Bücher, Werkzeug und Küchenkram sprengen die Schätzung am zuverlässigsten.

Die vier Grundregeln

  1. 1Schwer in kleine Kartons, leicht in große. Bücher gehören in kleine, Bettwäsche und Polster in große. Ein Umzugskarton sollte 20 kg nicht überschreiten – darüber wird er zur Verletzungsquelle und die Böden reißen.
  2. 2Immer randvoll, nie überfüllt. Der Deckel muss flach schließen, sonst lässt sich der Karton nicht stapeln. Hohlräume mit Handtüchern oder Papier füllen, damit nichts wandert.
  3. 3Zimmerweise packen, nicht kategorienweise. Ein Karton gehört in genau einen Zielraum. Wer „alle Bücher der Wohnung“ in eine Kiste packt, verteilt sie am Zielort wieder von Hand.
  4. 4Boden doppelt kleben. Ein Kreuz aus Klebeband über die Bodennaht. Der häufigste Kartonschaden ist der ausfallende Boden beim Hochheben.

Beschriften – aber richtig

  • Auf die Seite schreiben, nicht auf den Deckel. Gestapelt sehen Sie nur die Seiten.
  • Drei Angaben genügen: Zielraum, grober Inhalt, und ob der Karton zerbrechlich ist.
  • „Zuerst öffnen“ auf zwei bis drei Kartons pro Raum. Das erspart am Abend das Durchsuchen von vierzig Kisten.
  • Farbcode statt Text, wenn es schnell gehen muss: ein Klebepunkt pro Raum, derselbe Punkt an der Zimmertür in der neuen Wohnung. Das Team stellt dann ohne eine einzige Rückfrage ab.

Zerbrechliches

Der wichtigste Trick beim Geschirr ist kontraintuitiv: Teller stehen hochkant, wie Schallplatten, nicht flach gestapelt. Flach übereinander bricht der untere Teller unter dem Gewicht der oberen, sobald der Karton irgendwo aufgesetzt wird. Hochkant tragen sie die Last über den Rand.

  • Jedes Teil einzeln in Papier wickeln – auch wenn es länger dauert. Zwei Gläser im selben Papier schlagen aneinander.
  • Kein Zeitungspapier für helles Porzellan und Kunststoff: Die Druckerschwärze färbt ab. Packpapier kostet wenig.
  • Schwer nach unten, leicht nach oben, auch innerhalb eines Kartons.
  • Der Schütteltest: Vor dem Zukleben vorsichtig schütteln. Wenn sich etwas bewegt, fehlt Füllmaterial.
  • Hohlgefäße wie Vasen und Gläser innen ausstopfen, dann außen wickeln.

Elektronik

  • Originalkartons verwenden, falls vorhanden – besonders bei Fernsehern und Monitoren. Nichts schützt ein Display besser als die Form, für die es gebaut wurde.
  • Rückseite fotografieren, bevor Sie abstecken. Das Foto ist beim Wiederaufbau mehr wert als jede Beschriftung.
  • Kabel beschriften und beim jeweiligen Gerät halten, nicht in einer Sammelkiste.
  • Fernseher stehend transportieren, nie flach liegend – Flachbildschirme vertragen Flächendruck schlecht.
  • Drucker: Patronen entnehmen, sonst läuft Tinte aus.

Kleidung

Für alles auf Bügeln lohnt sich eine Kleiderbox mit Stange: Die Sachen wandern direkt vom Kasten in die Box und am Zielort wieder zurück – kein Bügeln, kein Falten. Wenn Sie keine Box mieten wollen, funktioniert der Müllsack-Trick: einen großen Sack von unten über zehn bis fünfzehn Bügel stülpen, Haken oben herausschauen lassen, unten zubinden.

Was nicht in den Karton gehört

  • Wertsachen, Bargeld, Schmuck, Dokumente, Laptop. Diese Dinge fahren mit Ihnen im eigenen Auto, nicht im LKW.
  • Medikamente, Ladegeräte, Schlüssel, Brille – in die Erste-Nacht-Kiste, nicht ins System.
  • Gefahrgut: Spraydosen, Farben, Lacke, Lösungsmittel, Gasflaschen, Benzinkanister. Das darf aus gutem Grund nicht auf einen Umzugs-LKW und gehört zur Problemstoffsammelstelle. Wie Sie das loswerden, steht im Beitrag zur Entrümpelung.
  • Offene Flüssigkeiten aller Art – Öl, Essig, Reiniger. Entweder aufbrauchen oder in einer separaten, dichten Box mit aufrechtem Stand transportieren.

In welcher Reihenfolge packen?

  1. 14 Wochen vorher: Keller, Dachboden, Abstellraum, Deko, Bücher, Saisonkleidung. Alles, was Sie bis zum Umzug sicher nicht brauchen.
  2. 22 Wochen vorher: Wohnzimmer, Schlafzimmer, alles außer dem täglichen Bedarf.
  3. 31 Woche vorher: Vorräte aufbrauchen statt einpacken. Was offen ist, wird selten heil transportiert.
  4. 4Die letzten zwei Tage: Küche und Bad – die Räume, die Sie bis zuletzt benutzen, und gleichzeitig die aufwendigsten. Planen Sie dafür mehr Zeit ein, als Ihnen lieb ist.

Die häufigsten Fehler

  • Zu schwere Bücherkartons, die niemand heben kann, ohne den Rücken zu riskieren.
  • Deckel statt Seite beschriftet – im Stapel unsichtbar.
  • Teller flach gestapelt.
  • Schrauben demontierter Möbel in einer Sammeltüte statt beim jeweiligen Möbelstück.
  • Zu spät angefangen. Packen dauert etwa doppelt so lange wie geplant, das ist erstaunlich zuverlässig.

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